Versteckt im Offensichtlichen
Imogen Sita Webber schreibt:
Das Heilige kündigt sich nicht an.
Es erhebt sich nicht über diesen Moment.
Es wartet nicht auf Stille, Klarheit oder Bereitschaft.
Es atmet als das, was bereits geschieht.
Im Alltäglichen.
Im Übersehenen.
In dem Moment, der sich überhaupt nicht besonders anfühlt.
Die Suche nach erhabenen Zuständen lenkt die Aufmerksamkeit von dem ab, was am intimsten ist.
Sie lenkt den Blick nach oben, nach außen, woanders hin.
Und doch ist das Heilige dort nicht zu finden.
Es gehörte nie ausschließlich zum Außergewöhnlichen oder Seltenen.
Es weist still und unablässig auf das hin,
was darüber hinaus liegt, davor,
auf den Seinsgrund selbst.
Auf diese einfache Ist-heit.
Diese Unmittelbarkeit.
Das.
Alles entspringt diesem.
Alles entfaltet sich darin.
Alles kehrt dahin zurück.
Nichts muss hinzugefügt werden.
Nichts muss erhöht werden.
Das Heilige ist nichts, in das wir eintreten.
Es ist DAS, was wir sind.
So nah, dass man es leicht übersieht.
So vertraut, dass es unbemerkt bleibt.
Versteckt in seiner Offensichtlichkeit,
verwoben mit der Beschaffenheit dieses Moments –
genau so, wie er ist.
Ohne auf etwas zu warten.
Ohne sich zurückzuhalten.
Schon hier.

Die Wahrheit versteckt sich immer im Offensichtlichen…
was bedeutet, das sie sich gar nicht versteckt.
Kyle Hoobin
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