Bewusstseins–Tools

 

«Nach der Ekstase Wäsche waschen.» – Jack Kornfield

Der überwiegende Teil der praktischen «Tools» auf dieser Seite sind als bewusste «Hilfe zur Selbsthilfe» zu verstehen und können sich als ausgesprochen nützlich erweisen, wenn es darum geht, intensive und herausfordernde Erfahrungen, Zustände und Reinigungs– und Integrationsprozesse, die sowohl während als auch nach dem Erwachen auftreten können, möglichst mühelos und widerstandsfrei zu durchleben. Wenn eine tiefere Präsenz, Gewahrsein (Bewusstheit) oder mehr «innerer Raum» gegeben sind, können restliche energetisch–emotionale «Ladungen» auf Zellebene an die Oberfläche gespült werden, um das Körpersystem zu verlassen und es so leichter und freier zurückzulassen. In den meisten Fällen treten solche «Prozesse» jedoch nicht auf, um dich lange mit sich zu beschäftigen – ganz im Sinne der Kernbotschaft einer alten Sufi–Geschichte, die besagt: «Auch das geht vorbei.»

Im Kontext der LOCs 600 bis 699, in dem das «Nicht–Ich» und das «Nicht–Tun» klar erfahren werden kann und von daher auf Krisen, Probleme und Hilfsanfragen von anderen gern mit: «Es gibt nichts, was du tun kannst», oder: «Es ist keiner da, der etwas tun könnte», geantwortet wird, schreibt Ramaji in seinem Buch «1000»: «Wenn du den ganzen Kreislauf dieser Reise durchlaufen hast, macht es wieder Sinn als Mensch zu Menschen zu sprechen und ihnen zu sagen, was sie tun können, um sich selbst zu helfen.»

Außerdem zitiert Ramaji in seinem Buch «Who Am I? Meditation» einen E–Mail–Austausch, in dem er einer Person antwortet, die kürzlich auf LOC 1000 gegangen war: «Du hast das Selbst realisiert. Möglicherweise gibt es noch einen scheinbaren Prozess der Stabilisierung. Manche gehen da hindurch, manche nicht. Das mental–emotionale Karma, mit dem sie sich noch auseinandersetzen müssen, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Wenn es noch eine ganze Menge zu verarbeiten gibt, kann das verwirrend sein. Eine typische Annahme ist, dass ab jetzt nur noch völliger Frieden und Glückseligkeit vorherrschen werden. Der «höchste Weise» genießt diese Erfahrung in der Tat. «Geringere Weise» haben, obschon sie Selbst–realisiert sind, ein subjektives karmisches Momentum, das potentiell störend oder ablenkend ist. Wir werden mit allem, was sich zeigt, fertig werden – so, wie es eben notwendig ist.»

Die ersten 3 Ansätze auf dieser Seite können vor allem bei «fordernden» Emotionen und Traumata nützlich sein und die nächsten 3 bei «Gedankenlärm», restlichen Ich–Identifikationen usw. Die 7. und 8. können zu einem verstärkten Selbst–Gewahrsein (Bewusstheit, die Fähigkeit zu «Sehen») und zu tieferer «innerer Freiheit» führen. Und die 9. – Hingabe – ist universell, (fast) zeitlos und vollkommen natürlich. Letztlich geht es dabei einfach ums Sehen oder Durchschauen, insbesondere des Restwiderstandes, ums Fühlen und Erfahren und um die «Hingabe an das was ist» – nicht als «Tun», sondern als natürliches Geschehen im Jetzt.

Nimm dir z.B. einfach den Ansatz zur Hand, der dich gerade anspricht, und wende ihn bewusst und in Ruhe an. Du kannst auch direkt zu Einem springen, indem du auf einen dieser Links klickst:

1. Das «Sein was ist» oder das «Bleiben mit dem was ist»
2. Sich ins Gefühl hineinfallen lassen
3. Mit dem Gefühl verschmelzen
4. Den «Denker» entlarven
5. Den Gedanken keinen Glauben schenken oder sie abschneiden
6. Die «Buddha–Meditation»
7. Selbst–Ergründung nach Ramana Maharshi
8. Sich der Bewusstheit bewusst sein
9. Hingabe

1. Das «Sein was ist» oder das «Bleiben mit dem was ist»

Zu Beginn braucht diese Methode vielleicht etwas Übung, weil wir so darauf konditioniert wurden, so genannten «unangenehmen» Gefühlen und Emotionen aus dem Weg zu gehen. Aber wurde sie einmal für eine Weile bewusst angewandt, wird sie so einfach und natürlich wie das Atmen.

Sei mit dem Gefühl, das gerade in dir vorherrscht. Bewerte es nicht, werde dir einfach seiner Gegenwart gewahr. Richte deine Aufmerksamkeit auf das Gefühl und auf den Körperbereich, wo das Gefühl am deutlichsten spürbar ist. Jetzt fühlst du, was in deinem Körper vor sich geht. Fühle das Gefühl – sei es Schmerz, Angst, Trauer, Wut usw. Du braucht es nicht zu benennen oder zu analysieren. Fühle es einfach im Körper und bleib damit. «Konfrontiere» es. Sei es.

Wenn du dabei von Gedanken abgelenkt wirst, richte – sobald du dir dessen gewahr bist – deine Aufmerksamkeit wieder auf das Gefühl im Körper. Nimm einfach wahr und fühle, was in dir vor sich geht. Lass es zu und sich genau so zum Ausdruck bringen, wie es ist. Wenn du Widerstand verspürst, richte deine Aufmerksamkeit auf den Widerstand und lass ihn zu. Egal, welches Gefühl gerade auftaucht oder vorherrscht, lass es zu, lass es sich ausdrücken und erfahren. Auch wenn es gerade das Gefühl von Langeweile oder «ich mag jetzt nicht» ist. Lass jedes Gefühl zu, indem du es wahrnimmst, es fühlst und «damit bist». Ohne einen Versuch es zu ändern oder loszuwerden.

Diese Übung kannst du beliebig oft und lange anwenden. Zu Beginn kann es hilfreich sein, sie erstmal zu Hause oder wo immer du ungestört bist zu machen. Wenn du darin geübt bist, kann du sie an jedem beliebigen Ort und jederzeit, auch nebenbei beim Einkaufen oder Spazieren gehen usw., nutzen.

Im besten Fall wendest du diese Übung mehrere Wochen über täglich an, bis sie wie automatisch abläuft. So kann sie dich zu einer völligen Annahme von (d.h. einer Abwesenheit von Widerstand gegenüber) allem, was in dir auftaucht und fühlbar ist, führen und eine enorme Erleichterung und Befreiung darstellen.

Anssi Antila erklärt es so: «Was fühlst du jetzt? Ist das dein liebster Zustand? Falls nicht, dann tust du dir jetzt nichts Gutes. Gib dich kurz geschlagen. Sage dir: «Es ist okay.» Dann beobachte gleichzeitig deine Atmung und deine Gefühle. Du musst nichts weiter tun: nur Fühlen und Atmen. Tue das so lange, bis das Leben dich zurück in deine Mitte bringt. Teste es.»

Frei nach Lao–tse: «Wer am Leiden leidet (d.h. die Erfahrung dessen zulässt und es fühlt), leidet darum nicht.»

Dschalaluddin Rumi: «Die Heilung des Schmerzes liegt im Schmerz.»

Shunryu Suzuki sagt: «Die einzige Möglichkeit, den Schmerz zu ertragen ist, ihn schmerzhaft sein zu lassen.»

Und Nikita Gill sagt: «Lass es weh tun. Lass es «bluten». Lass es heilen. Und dann lass es los.»

Du kannst bei Bedarf auch diese «innere Übung» machen:

Das Unbewusste «heilen»…. das «innere Kind»….. alte «Ladungen»…. auf mentaler, emotionaler, energetischer, körperlicher etc. Ebene…. eine «Übung» zum selber machen…. sei bereit ganz zu fühlen…. «durchzufühlen»…. sitze mit dir selbst…. keine Ablenkungen…. schließe deine Augen…. atme….. fühle in dich hinein…. ‹was ist da?›…. ‹im Herzen›….. ‹im Solar Plexus›…. ‹im Bauchbereich›….. ‹was ist sonst noch da?›…. sei neugierig…. lass dich ganz und gar aufs Fühlen ein…. aufs «Durchfühlen»….. was es auch sei…. Wut, Zorn, Hass, Groll, Angst, Furcht, Schmerz, Ohnmacht, Zwang, Frust, Langeweile, Ungeduld…… ‹was ist noch da?›….. ‹im inneren Herzen›….. ‹im Wurzel–Chakra›…. ‹im Sakral–Chakra›…. ‹im Solar Plexus›….. etc. etc. etc….. lass es sich dir zeigen…. lass dich darauf ein….. du bist dir der Symptome bewusst…. geh jetzt an die Wurzel…. «konfrontiere» es…. lass es zu…. es ist OK…. es darf sein…. fühle es….. ‹ich liebe dich›….. es ist «deine Heilung»…….

Tipp: Wende diese «Übung» so oft und so lange an, wie sich dir etwas zeigt. Bei Bedarf einfach wiederholen.

2. Sich ins Gefühl hineinfallen lassen

Dieser Ansatz ist dem o.a. ähnlich, nur dass du dich hierbei bewusst in das Gefühl oder den Schmerz «hineinfallen lässt». Lass dich so lange und so tief hineinfallen, bis du in der Bodenlosigkeit des Gefühls angelangt bist.

Probier es das nächste Mal aus, wenn ein schmerzvolles oder bedrückendes Gefühl in dir auftaucht. Lokalisiere zuerst den Schmerz oder das bedrückende Gefühl im Körper. Nimm es einfach wahr, fühle es und lass dich mit bewusst in ihr Zentrum hineinfallen. Verliebe dich in diese Intensität. Genieße sie bis aufs Innigste und lass dich in diese Bodenlosigkeit, in diese süße Leere fallen.

Gunnar Gressl, ein befreundeter RASA–Begleiter aus Österreich, schreibt: «Was ich bei vielen im post 1000 (und natürlich auch davor) erlebe, ist die Unzufriedenheit mit dem WAS IST. Das war bei mir auch so und ich erlebe es so gut wie gar nicht mehr. Was jetzt da ist, ist ein 100%iges JA zu dem WAS IST (gleich–gültig, was es ist).

Wenn mich jemand fragt, was ich tun kann, dann sage ich oft: Lass dich vollkommen reinfallen in diese Unzufriedenheit. Ich hab’s eh schon mehrmals geschrieben, aber für mich ist das so wie ein innerliches Nach hinten kippen, Nach hinten fallen lassen in die Unzufriedenheit hinein. Da kannst du dich dann nirgends mehr festhalten, freier Fall ins schwarze Loch. Lass dich völlig auffressen, verdauen und auskotzen. Also, egal was auftaucht, was sich zeigt – so beschissen es sich auch anfühlen mag – wisse, es ist DAS, und gib dich dem hin. Kompromisslos.»

3. Mit dem Gefühl verschmelzen (eins werden)

Wir sind es gewohnt zu sagen: «Ich habe Schmerzen, Wut, Angst, Depression» usw., anstatt zu sagen: «Ich bin Schmerzen, Wut, Angst, Depression usw.»

Das nächste Mal, wenn eine bedrückende, einengende oder schmerzvolle Emotion oder Empfindung auftaucht, sei damit in dem Wissen, dass du nicht verschieden davon bist, dass du eins damit bist. Es gibt keinerlei Trennung zwischen dir und dem Gefühl. Du bist es.

Bei starken Emotionen oder Traumata, die sich als «Ladungen» in deinem Körper bemerkbar machen, kannst du diese Methode in einer dreißigminütigen bis einstündigen Meditation anwenden und sie dabei bewusst auf diese Weise erfahren.

Alexander Trampitsch, ein befreundeter RASA–Begleiter aus Österreich, erklärt: «Die Blockade BIN ich. Sie daher nicht mehr wegschieben, sondern bewusst herholen. Ich bin diese Blockade (sie ist Teil von mir), dann damit bleiben in Meditation mindestens eine halbe Stunde. Dann löst Kundalini sie auf.

Ist etwas anders als die Lehre mit dem Schmerz zu bleiben, oder ihn voll zu erfahren. Der Unterschied ist, sie wirklich VOLL integrieren. Nicht nur erfahren, sondern: «Hurrraaaa, ICH BIN diese Blockade!»

Nicht ICH + Blockade, sondern Blockade werden, SEIN.»

Tipp: In Texte und Aussprüche unter «Das Herz und Selbstliebe» gibt es einige, den ersten 3 Ansätzen auf dieser Seite verwandte Texte.

4. Den «Denker» entlarven

Falls depressive, sorgenvolle, suchende Gedanken usw. auftauchen, gehe ohne dich weiter mit ihnen zu befassen direkt zur Wurzel, zum «Ich». Wo befindet sich ein «Ich» in diesem Gedankenlärm? Wer denkt diese Gedanken? Kannst du ihn/sie ausfindig machen? Kannst du so etwas wie einen «Denker» in dir lokalisieren?

Wende diese Methode fokussiert an und sieh selbst, was vom Phantom des «Denkers» mitsamt seiner Sorgen und Geschichten übrig bleibt.

Eine weitere Variation dieser Übung ist es, dem illusorischen «Denker» in dir zu befehlen: «Denke!», und dann zu sehen, was passiert.

Tipp: Für zusätzliche Klarheit zu diesem Ansatz empfiehlt sich dieser Blog–Beitrag.

5. Den Gedanken keinen Glauben mehr schenken oder sie abschneiden

a) Entscheide dich dafür, den Gedanken ab sofort keinen Glauben mehr zu schenken. Es sind nicht deine, sie kommen und gehen, so wie der Wind durchs Fenster weht. Beschäftige dich nicht weiter mit ihnen und sie werden sich von selbst verziehen! Lass sie einfach ins Leere laufen.

Zen-Meister Shunryu Suzuki formuliert es so: «(…) lass deine Vorher– und Hintertür offen. Lass Gedanken kommen und gehen. Serviere ihnen einfach keinen Tee (befasse dich einfach nicht weiter mit ihnen; das betrifft sowohl «negative» als auch «positive» Gedanken).»

Byron Katie sagt: «Gedanken sind nicht persönlich. Wie Regentropfen tauchen sie einfach auf. Würdest du dich mit einem Regentropfen streiten?»

Nisargadatta Maharaj sagt: «Beobachte deine Gedanken so, wie du den vorbei fahrenden Verkehr beobachtest. Menschen kommen und gehen; du registrierst sie ohne Reaktion.»

«So etwas wie einen Frieden des mind gibt es nicht. Mind heißt Störung; Ruhelosigkeit ist der mind

«Lass deinen mind in Ruhe; das ist alles. Steig nicht drauf ein.
Es gibt letzten Endes gar keinen mind, mal abgesehen von den Gedanken, die kommen und gehen und ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten folgen und nicht den deinen. Sie dominieren dich nur, weil du dich für sie interessierst.
Es ist genau so, wie Christus es sagte: «Widerstehe nicht dem Bösen.» Indem du dich dem Bösen widersetzt, stärkst du es nur.»

Die Band «Here 2 Here» singt in ihrem Lied «Ego?»: «(…) das Einzige, was sich mit dem mind herumschlägt, ist der mind

Alexander Trampitsch sagt: «DU hast noch NIE einen einzigen Gedanken gedacht.»

Und frei nach Chuang-tzu: «Lass die Gedanken in Ruhe.»

b) Das nächste Mal, wenn Gedanken auftauchen, schneide sie Kraft deines Bewusstseins einfach ab. Ganz egal, wovon sie handeln (dem «Inhalt») oder wie schön oder hässlich sie zu sein scheinen. Wann immer Gedanken auftauchen, schneide sie ab.

Ramana Maharshi sagt, «Ein Gedanke muss sofort abgeschnitten werden, sobald er auftaucht.»

Hier sind hier ein paar Aussagen von Sri Bhagavan, die in diesem Zusammenhang ebenfalls zu tiefen Einsichten führen können:

«Gedanken sind nicht meine.»

«Dieser Körper ist nicht meiner.»

«Alles geschieht automatisch.»

«Da ist niemand/gar keiner.»

«Der Erwachte hat keinen Willen und keine Illusionen. Der Erwachte lebt nur in der Realität. »

«Sehen ist Freiheit.»

«Das bloße Sehen ist genug.»

«Leiden ist niemals in der Tatsache, sondern nur in der Wahrnehmung der Tatsache (nie «da draußen» oder im «Anderen», sondern immer nur in der eigenen – bewussten oder unbewussten – Wahrnehmung dessen; niemals in der eigentlichen Erfahrung, der Situation, den Umständen, Gedanken, Emotionen, Empfindungen usw., sondern nur in der mentalen Interpretation oder Auffassung dessen bzw. die Art und Weise, wie es einem «erscheint»).»

«Der Inhalt (von Gedanken, Emotionen, Erfahrungen usw.) ist niemals wichtig, sondern ihn (so) zu erfahren (wie er ist).»

«Alles, was voll erfahren wird, wird zu Glückseligkeit (bzw. Freude oder Frieden).»

«Alle Dinge sollten natürlich und spontan geschehen.»

«Die Manipulation des Flusses ist die Geburt des Leidens.»

«Jegliche Bewegung weg von dem «was ist» ist Leiden.»

«Widerstand ist Leiden. Wo es Einssein (Gewahrsein, Bewusstheit) gibt, gibt es keinen Widerstand.»

«Das Loslassen von Widerstand ist Akzeptanz.»

Das, wogegen du dich wehrst (sträubst, widersetzt), bleibt bestehen.

Was ist, ist einfach.

6. Die «Buddha–Meditation»

Dieser vom Buddha überlieferte Ansatz kann dir dabei helfen, dich als das freie Gewahrsein zu erkennen, das völlig unberührt ist von dem, was scheinbar gerade geschieht. Seine bewusste Anwendung in Meditation oder in Alltagssituationen eignet sich vor allem dann, wenn du scheinbar gerade mit etwas haderst oder dich mit «nervenden» Gedanken oder «anstrengenden» Emotionen identifizierst.

Meditiere und beobachte alles, was auftaucht (Gedanken, Emotionen, Empfindungen, Körper usw.), kontempliere, wisse und sieh:

Alles was erscheint
1. bin nicht Ich
2. ist nicht Meins
3. ist keine Aussage über Mich

Nisargadatta Maharaj sagt: «Du beobachtest das Fühlen des Herzens, das Denken des mind und die Aktivitäten des Körpers. Dieser Vorgang der Wahrnehmung zeigt, dass du nicht das bist, was du wahrnimmst.»

Alexander Trampitsch sagt: «In Wahrheit bist DU da NIE drinnen.»

Ramana Maharshi sagt: «Lass kommen, was kommt. Lass gehen, was geht. Sieh, was bleibt.»

Und noch einmal der Buddha: «Sieh, was ist. Sieh, was nicht ist. Folge dem wahren «Weg» (bleib der Wahrheit treu).»

7. Selbst–Ergründung nach Ramana Maharshi

Die Selbst– bzw. Ich–Ergründung oder –befragung (sankr. Ātma–vichara) ist dir möglicherweise ein Begriff. Dabei stellst du dir innerlich die Frage: «Wer bin ich?» Diese Frage sollte nicht verbal oder gedanklich beantwortet werden, sondern kann dich in das direkte «Sehen» deiner Wesensnatur führen, d.h. du kannst zum Kern des «Ichs» vordringen, herausfinden, wie dieses «Ich» beschaffen ist, und dich in die Bodenlosigkeit deines «Innern» fallen lassen. Was dann bleibt, ist DAS.

Diese Methode kannst du jederzeit entweder mit Augen geöffnet oder geschlossen anwenden und besonders dann, wenn «störende» Gedanken vorbeiziehen. Frage dich einfach selbst: «Wem kommen diese Gedanken?», «Wer ist sich dieser Gedanken gewahr?», und: «Worin tauchen diese Gedanken auf?» Erwarte dabei keine bestimmte Antwort, sondern lass dich einfach von dieser «offenen Fragestellung» in ein tieferes Gewahrsein deiner Selbst führen.

Ein weiterer Schritt ist, den «Denker» oder «Ich»–Gedanken explizit aufzuspüren. Finde dabei mit der Frage «Wer?» bzw. «Was?» heraus, wo der vermeintliche «Denker» sich genau in dir befindet. Sei dir des «Ich»–Gedankens gewahr, gehe ihm auf die Schliche und auf den Grund. «Sieh», was sich im Zentrum bzw. an der Wurzel des «Ich»–Gedankens befindet. Und dann bleib bzw. verweile in diesem gedankenleeren «Raum» – dem Frieden und der Stille deines wahren Wesens.

Noch ein Schritt tiefer liegt die «Selbstbefragung in 2 Schritten», bei der du den «Ich»–Gedanken mit diesen 2 kraftvollen Fragen sanft und beständig entlarven und anschließend zum «Herzen auf der rechten Seite» (von wo aus er laut Ramana Maharshi ursprünglich aufsteigt) zurückverfolgen kannst:

«Wer (was) macht diese Erfahrung (hat diese Gedanken, Emotionen, Körper usw.)?»

«Woher kommst du (steigst du auf; d.h. der «Ich»–Gedanke)?»

Hier sind ein paar weitere Aussprüche von Ramana Maharshi zu dieser Methode:

«Von allen Gedanken, die im mind aufsteigen, ist der «Ich»–Gedanke der 1. Gedanke.»

«Du musst dich nach innen wenden (die Aufmerksamkeit nach innen richten) und «sehen», von wo der mind aufsteigt; dann wird er abfallen.»

«Nur die Vernichtung des «Ichs» ist Befreiung. Aber sie kann nur realisiert werden, indem du das «ICH–ICH» ständig im Auge behältst. Von daher die Notwendigkeit der Ergründung des «Ich»–Gedankens.»

«Realität ist einfach das Abfallen des «Egos» («Ich»–Gedankens). Zerstöre das «Ego», indem du seine Identität suchst (ergründest). Weil das «Ego» keine Entität (Wesenheit) ist, wird es automatisch verschwinden und die Realität wird aus sich heraus erstrahlen.»

Und hier sind ein paar Aussprüche von Nisargadatta Maharaj dazu:

«Mit Selbsterkenntnis meine ich die vollständige Erkenntnis dessen, was du nicht bist. Eine solche Erkenntnis ist zugänglich und endgültig. Aber die Entdeckung dessen, was du bist, ist grenzenlos. Je mehr du entdeckst, desto mehr bleibt noch zu entdecken.»

«Um zu erkennen, was du bist, musst du erst einmal herausfinden und erkennen, was du nicht bist. Erkenne alles, was du nicht bist: Körper, Gefühle, Gedanken, Raum, Zeit, dies und das. Du beobachtest, wie das Herz fühlt, wie der mind denkt und wie der Körper handelt. Nichts, was du konkret oder abstrakt wahrnehmen kannst, kannst du sein. Eben dieser Prozess der Wahrnehmung zeigt, dass du nicht das bist, was du wahrnimmst.»

«Was wirklich dein Eigen ist, dem bist du dir nicht gewahr. Das, wessen du dir gewahr bist, bist weder du noch ist es dein. Dein ist die Kraft der Wahrnehmung; nicht das, was du wahrnimmst.
Es ist ein Fehler, das Bewusstsein für den ganzen Menschen zu halten. Der Mensch ist das Unbewusste, das Bewusstsein und das Überbewusstsein, aber du bist nicht der Mensch. Dein ist die Kinoleinwand, das Licht und die Sehkraft; aber das Bild bist nicht du.»

«Ich bin wie eine Kinoleinwand: klar und leer. Die Bilder ziehen darüber und verschwinden wieder und lassen sie so klar und leer zurück wie vorher. Die Leinwand wird von den Bildern in keiner Weise beeinträchtigt, noch beeinträchtigt die Leinwand die Bilder.»

Tipp: Eine einfache, von Elias geführte Selbstergründungs–Meditation mit anschließender RASA-Energieübertragung gibt es hier: Jetzt ansehen
Weitere, vertiefende Anleitungen und Ausführungen zu dieser Methode findest du u.a. in dem kurzen Buch von Ramana Maharshi «Wer bin ich?» und in den anderen Büchern von bzw. über ihn weiter unten auf dieser Seite sowie in den Videos über ihn auf dieser Seite. In diesem Zusammenhang sei auch Ramaji’s englischsprachiges, kostenloses Ebook «The Yoga of Self–Inquiry» (nur für Apple–Endgeräte, als PDF hier), das eine komprimierte und überarbeitete Version von seinem Buch «Who Am I? Meditation» ist, empfohlen.

8. Sich der Bewusstheit bewusst sein

Dies ist einen weiteren, äußerst direkter Ansatz, der u.a. durch Eckhart Tolle, Ramana Maharshi und Nisargadatta Maharaj vermittelt wurde. Er ist auch bekannt als das «Umwenden des Lichts» oder als das «Ausrichten der Bewusstheit auf sich selbst.»

Eckhart Tolle formuliert es so:

«Statt dir irgendetwas bewusst zu sein, sei einfach bewusst, dass du bewusst bist.
Fühle deine eigene Präsenz; und werde still.»

Ramana Maharshi formuliert es so:

«Bewusstsein (oder Bewusstheit) ist in der Tat immer mit uns.
Jeder weiß: «Ich bin!» Niemand kann sein eigenes Sein bestreiten.»

«Werde dir bewusst, dass du dir bewusst bist.
Sage oder denke: «Ich bin,» und füge dem nichts hinzu.
Sei dir der Stille, die dem «Ich bin» folgt, bewusst.
Nimm deine eigene Präsenz wahr—
das nackte, unverschleierte, unverhüllte Sein.»

«Bleib dir deiner selbst bewusst
und alles Weitere wird sich dir offenbaren.»

Und Nisargadatta Maharaj formuliert es so:

«Es gibt nichts zu praktizieren. Um dich selbst zu erkennen, sei du selbst. Um du selbst zu sein, hör auf dir vorzustellen, du seist dies oder jenes. Sei einfach. Lass deine wahre Natur zum Vorschein kommen. Störe deinen Geist nicht, indem du suchst.»

«Lass deine Bewusstheit für dich arbeiten, nicht deinen Geist. Der Geist ist nicht das richtige Werkzeug für diese Aufgabe. Das Zeitlose kann nur vom Zeitlosen «erreicht» werden. Dein Körper und Geist sind zeitgebunden. Nur die Bewusstheit ist zeitlos, sogar im Jetzt.»

«Ein stiller Geist ist alles, was du brauchst. Wenn dein Geist still ist, wird alles andere auf richtige Weise geschehen. So, wie die aufgehende Sonne die Erde tätig werden lässt, so bewirkt auch die Selbst–Bewusstheit Veränderungen im Geiste. Im Lichte eines ruhigen und beständigen Selbst–Bewusstheit werden innere Energien wach und lassen ohne eigene Bemühungen Wunder wirken.»

«Die Bewusstheit, die du bist, wird dir deine Augen dafür, was du bist, öffnen. Es ist alles sehr einfach. Stelle zuerst einmal einen ständigen Kontakt mit dir selbst her, sei die ganze Zeit über mit dir selbst. Der Selbst–Bewusstheit werden alle Segnungen zuteil. Beginne als ein Zentrum der Beobachtung, mit absichtlicher Erkenntnis und werde zu einem Zentrum der Liebe in Aktion.»

«Bleib in dieser Liebe, gehe da tiefer und tiefer hinein, erforsche dich selbst und liebe die Erforschung.»

«Die Einheit des Sehers und des Gesehenen geschieht, wenn der Seher sich seiner selbst als der Seher bewusst wird. Ihn interessiert nicht nur das Gesehene, was er sowieso schon ist, sondern er ist auch daran interessiert, interessiert zu sein; der Aufmerksamkeit selbst Aufmerksamkeit zu schenken; sich dessen bewusst zu sein, dass er bewusst ist.»

Tipp: Detailliertere Anleitungen dazu gibt es auf Englisch u.a. via diese Website und in den Büchern und Videos Rupert Spiras. Ein diesem sehr ähnlicher Ansatz findet sich – auch auf Deutsch – in den Videos und Büchern Nisargadatta Maharajs. Letzterer wird außerdem von Gunnar Gressl in diesem kurzen Video erklärt: Jetzt ansehen

9. Hingabe

Nicht–duale oder «wahre» Hingabe (sanskr. Advaita Bhakti) ist das, was von Ramana Maharshi in diesen kurzen und prägnanten Worten zum Ausdruck gebracht wird:

«Liefer dich restlos an den Grund der Erscheinungen aus. Dann wird die Realität als Rückstand übrig bleiben.

Es genügt, dass man sich ausliefert. Sich auszuliefern heißt, sich dem Urgrund seines Wesens zu übergeben.
(…) Die Quelle ist in dir selbst – übergib dich ihr. Das bedeutet, dass du die Quelle aufsuchen und mit ihr eins werden sollst.

Sich auszuliefern heißt, mit der Quelle des «Ichs» eins zu werden.

Indem du deine Aufmerksamkeit ständig auf die Quelle gerichtet hältst, löst das «Ich» sich in der Quelle wie eine Salzpuppe im Meer auf.»

Kurzum ist es die völlige und bedingungslose Hingabe an DAS WAS IST, oder von allem an DAS.

Ramana Maharshi sagt außerdem: «Was Gnade anbelangt: Gnade ist in dir. (…) Gnade ist das Selbst. Du bist nie nicht innerhalb ihrer Tätigkeit. Gnade ist immer der Fall.

Die «höchste Form» von Gnade ist Stille. Es ist auch die «höchste Lehre».»

«Sei still und wisse: Ich Bin Gott» (Psalm 46). Stille ist völlige Hingabe ohne jegliche Spur von Individualität. Stille wird vorherrschen und es wird keine Aufregung des mind geben. Bewegung des mind ist die Ursache des Verlangens, des Gefühls der Täterschaft und der Persönlichkeit. Wenn das angehalten wird, ist es ruhig. Dort bedeutet «Wissen» «Sein». Es ist nicht das relative Wissen, das die Dreiheiten, das Wissen, das Subjekt und das Objekt mit einschließt.
(…) «Ich Bin Das Ich Bin» (2. Mose 3:14). «Ich Bin» ist Gott; nicht zu denken: «Ich bin Gott.» Erkenne «Ich Bin» und denke nicht «Ich Bin.» «Wisse: Ich Bin Gott», heißt es und nicht «Denke: Ich Bin Gott».»

Nisargadatta Maharaj sagt: «Gib dich deinem eigenen Selbst hin, von dem alles ein Ausdruck ist.»

Und Mooji sagt: «Übergib deine Existenz der EXISTENZ.»

Es ist in jedem Fall Gnade. Also lass los, gib dich hin, lass ES (machen, übernehmen, übergib es DEM) und «tue nichts»….

DAS IST ES
Sei Was Du Bist
Sei Einfach ❤

Anmerkungen:
1. Einige persönliche Emails von Ramaji an Gunnar Gressl, die von ihm ins Deutsche übersetzt wurden, gibt es hier und sehr klare Texte von Gunnar zum Erwachen gibt es hier.
2. Eine kleine Auswahl der fast 200 «Abo–Texte» von Alexander Trampitsch, die insgesamt in einer privaten Facebook–Gruppe gepostet wurden (bei Interesse bei mir melden), gibt es hier.
3. Es gibt eine offizielle, deutschsprachige RASA–Facebook–Gruppe, die speziell für den pre– und post–LOC–1000–Support ins Leben gerufen wurde. Bei Interesse schreib mir einfach via das Kontaktformular oder an elias@eliassatyananda.com.

Gehe direkt zu:

Begleitung und Vertiefung Meetings, Intensiv–Tage und Retreats

Diese Seite teilen: